Kurzbeschreibung
Wir leben mit einem Klischée, wenn wir uns eine „platonische Liebe“ als eine rein geistige, zärtlichkeitsfreie Beziehung zwischen
zwei Menschen vorstellen. Über Jahrhunderte hinweg tradierte sich der Mythos von der emotionsfreien, mental gelebten
„platonischen Liebe“. Doch läuft die Philosophie Platons wirklich auf eine Vergeistigung der Liebe hinaus?
In seinen beiden Dialogen Symposion und Phaidros schreibt Platon ausführlich über die Liebe und misst dem Gott Eros
bisweilen den höchsten Stellenwert bei, denn: „Eros ist die älteste Gottheit und gilt als die wichtigste, um Tugend und Glück
zu erringen.“ Platon hatte eine klare Vorstellung von wahrer und echter Liebe unter Einbindung von Gefühl und Zärtlichkeit.
In unterhaltsamem Zwiegespräch zwischen Meister und Schüler verrät der bekannte Philosoph, wie man in Sachen Liebe
zur höchsten Erkenntnis und Wahrheitsfindung kommt und den Liebesgenuss vermehrt.
Verliebtheit und Erotik sind für Platon etwas Gutes, aber es kommt darauf an, mit welchen Qualitäten wir unser
Verlangen und unsere Sehnsüchte verbinden. Im Spannungsfeld zwischen Moral und Lust, zwischen Gefühl und Verstand und zwischen
Eigennutz und Mitverantwortung müssen wir lernen das wahre Schöne, das Gute zu erkennen und nach Glückseligkeit zu streben.
Gelingt es uns schon zu Lebzeiten platonisch zu lieben, haben wir sogar eine Chance den Daseinskreislauf von Geburt und
Wiedergeburt zu durchbrechen und im Himmel Unsterblichkeit zu erlangen. Platonische Liebe ist personenbezogen und schließt die
Ehe nicht aus, strebt aber nach einer Liebe in Gemeinschaft mit Vielen. Der Sohn der Aphrodite möchte das wahre Schöne
und Gute möglichst oft und in allem genießen. Wie kann man das mit Tugend, Moral und Sittlichkeit in Einklang bringen?
Lässt sich platonische Liebe in einer modernen Zivilisationsgesellschaft verwirklichen? Und überhaupt: Wie liebt man
eigentlich platonisch?
2010, Synergia Verlag ISBN: 978-3-940392-96-1
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